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Häufige Fragen zu Medikamenten

Häufige Fragen zu Medikamenten

Wenn Sie nicht alles nachvollziehen können, was Ihnen Ihr Arzt zu Ihrer Behandlung gesagt hat, stellen Sie weiter Fragen bis Sie alles verstanden haben!

Hier finden Sie häufige Fragen zur Behandlung mit antipsychotischen Medikamenten:

Was sind antipsychotische Medikamente?

Antipsychotische Medikamente sind eine Gruppe von unterschiedlichen Medikamenten, die helfen können, dass Anzeichen und Symptome von Psychosen oder anderen schweren psychischen Erkrankungen gemildert werden oder sogar vollständig zurückgehen. Manchmal werden sie auch Neuroleptika genannt. Vereinfacht dargestellt gleichen antipsychotische Medikamente einen Überfluss des Botenstoffs Dopamin (ein sogenannter Neurotransmitter) im Gehirn aus. Dopamin ist bei der Steuerung von Bewegungen beteiligt und beeinflusst die Wahrnehmung und Gefühle.

Antipsychotische Medikamente können in unterschiedlicher Form verabreicht werden, z.B. als Tabletten, Flüssigkeiten, Schmelztabletten oder als Injektionslösung in Form einer Spritze. Manche antipsychotischen Medikamente wirken schnell, bei anderen kann es bis zu sechs Monate dauern, bis die volle Wirkung eintritt.

Was sind die Vorteile von antipsychotischen Medikamenten?

Symptombelastung mildern

Antipsychotische Medikamente können Ihnen helfen, sich weniger ängstlich zu fühlen, besser zu schlafen, klarer zu denken und sich unter Menschen wohler zu fühlen.

Genesung fördern

Mit Ihren Symptomen besser klar zu kommen, kann Ihnen dabei helfen, Ihren Alltag zu bewältigen und die Dinge zu behalten, die für Sie wichtig sein können, wie Ihr Zuhause, Ihre Arbeit, oder Ihre Familie und Freunde.

Rückfall verhindern

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Psychosen, die regelmäßig antipsychotische Medikamente einnehmen, seltener in eine psychische Krise geraten oder stationär in einer Klinik aufgenommen werden müssen. 

Mehr erfahren: Wie lange muss ich die Medikamente nehmen?

Mehr erfahren: Wie wahrscheinlich ist ein langfristiger Behandlungserfolg?

Hilft ein Antipsychotikum besser als das andere?

Studien zeigen, dass alle antipsychotischen Medikamente auf die Symptome einer Psychose vergleichbar gut wirken. Lediglich bei einem Medikament (Clozapin) konnte gezeigt werden, dass es besser als andere antipsychotische Medikamente wirkt. Aber Clozapin birgt auch ein hohes Risiko für schwere Nebenwirkungen. Deswegen wird es nur für die Behandlung bei Therapieresistenz empfohlen, d.h. wenn mindestens zwei andere antipsychotische Medikamente keine Wirkung zeigten oder nicht vertragen wurden. 

Die verschiedenen antipsychotischen Medikamente unterscheiden sich aber teilweise deutlich in den Nebenwirkungen. Manche haben eher motorische Nebenwirkungen (z.B. Steifheit, Zuckungen, Bewegungsunruhe), während bei anderen eher Nebenwirkungen im Stoffwechsel (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Gewichtszunahme) auftreten. Bei der Wahl des Medikaments sollen die Erfahrungen des Patienten mit der Wirkung und den Nebenwirkungen bei früheren und aktuellen Medikamenten berücksichtigt werden. 

Mehr erfahren: Nebenwirkungen von antipsychotischen Medikamenten im Vergleich

Was sind die Nachteile von antipsychotischen Medikamenten?

Das Medikament, das bei Ihnen wirkt, könnte auch unangenehme oder unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Nebenwirkungen:

  • können leicht bis schwer sein.
  • können schnell verschwinden oder lange Zeit anhalten.
  • Manche können schwere gesundheitliche Folgen haben.
  • Es kann sein, dass mehrere antipsychotische Medikamente ausprobiert werden müssen, um eines zu finden, das Ihnen hilft und mit dessen Nebenwirkungen Sie leben können. 

Was noch schwierig sein könnte:

  • die Einnahme nicht zu vergessen; 
  • Regelmäßige Termine beim verschreibenden Arzt wahrzunehmen;
  • Es sind zusätzliche Kontrolluntersuchungen und Tests (z.B. Blutuntersuchungen) nötig.

Welches Medikament verschrieben wird, hängt von den Besonderheiten des individuellen Menschen ab. Es muss ausprobiert werden, welches Sie am besten vertragen. Dabei wird auch berücksichtigt, welche Veranlagungen und Vorerkrankungen Sie haben: sind Sie z.B. gefährdet für Gewichtszunahme oder Herz-Kreislauferkrankungen, so wird ein Medikament gewählt, das darauf möglichst wenig Einfluss hat. Faktoren wie das Alter, der Gesundheitszustand und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können das Auftreten und das Ausmaß der Nebenwirkungen von antipsychotischen Medikamenten beeinflussen. 

Es ist wichtig mit dem Arzt über die persönliche Situation und alle erlebten Nebenwirkungen – vor allem die möglicherweise lebensbedrohlichen – zu sprechen. Ihr Arzt kann Ihnen nicht ansehen, ob und unter welchen Nebenwirkungen Sie leiden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die therapeutischen Möglichkeiten und was Sie selbst tun können, um mit einer eventuell auftretenden Nebenwirkung zurechtzukommen.  

Mehr erfahren: Nebenwirkungen von antipsychotischen Medikamenten im Vergleich

Rechts unter "Hilfreiche Links" finden Sie eine Liste mit Informationen zu Häufigkeit und Schwere möglicher Nebenwirkungen.

Was sind Depotpräparate und welche Vor- und Nachteile haben sie?

Depotpräparate geben ihren Wirkstoff über einen längeren Zeitraum ab und müssen daher nicht jeden Tag als Tablette eingenommen werden. Sie werden alle 2 bis 4 Wochen als Spritze gegeben und sind für Menschen geeignet, die aufgrund ihrer Probleme nicht in der Lage sind, ein Medikament täglich einzunehmen oder die dies aus anderen praktischen Gründen bevorzugen. Depotpräparate sind für die Erstbehandlung nicht geeignet.

Welche körperlichen Untersuchungen müssen gemacht werden?

Bei allen antipsychotischen Medikamenten sollen vor Beginn der Behandlung und im weiteren Verlauf  jährlich diese körperlichen Untersuchungen gemacht werden: 

  • Körpergewicht
  • Hüftumfang 
  • Puls
  • Blutdruck
  • Blutbild (u.a. der Blutzucker, Blutfettwerte, Hämoglobin, Prolaktin)
  • Erfassung von Bewegungsstörungen
  • Erfassung von Ernährungsituation, Diäten, körperlicher Fitness

Die folgende Untersuchung soll ergänzend bei allen Patienten während des stationären Aufenthalts, ambulant bei Risikopatienten und insbesondere dann durchgeführt werden, wenn Ihr Arzt dies für erforderlich hält:

  • Elektrokardiogramm (EKG)

Diese Angaben sind nur Richtwerte! Welche Untersuchungen, wann genau erfolgen und wie häufig diese wiederholt werden müssen, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen!

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