Teilprojekt 7: Gesundheitsnetz Depression

Kurzbeschreibung des Projektes

Teilprojekt 7 hatte das Ziel, ein Stepped-Care-Modell (SCM) mit sechs Behandlungsmöglichkeiten unterschiedlicher Intensität für Patienten mit Depression in Hamburg umzusetzen und wissenschaftlich zu untersuchen. Vor dem Hintergrund der massiven Defizite des deutschen Gesundheitssystems wurde hierbei die für den Bereich der depressiven Erkrankungen vorliegende S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie als optimierter Behandlungspfad umgesetzt. Hierzu wurde ein Netzwerk zwischen niedergelassenen Hausärzten, Fachärzten, Psychotherapeuten sowie stationären Einrichtungen aufgebaut.

Die Studie überprüfte, ob die Einführung des SCM im Sinne einer leitliniengerechten integrierten Behandlung und unter Einbeziehung von E-Mental-Health-Elementen (z.B. computergestützte Therapieanteile) die Behandlungswege optimiert und die Versorgung verbessert und effizienter gestaltet. Hierzu wurde eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie als prospektive Mehrzeitpunktbefragung einer konsekutiven Stichprobe von depressiven Patienten aus den teilnehmenden vertragsärztlichen Praxen und weiteren klinischen Einrichtungen durchgeführt. Es wurde eine Cluster-Randomisierung auf Ebene der Praxen vorgenommen. Patienten mit SCM wurden mit Patienten der Regelversorgung hinsichtlich des Behandlungserfolges innerhalb eines Ein-Jahres-Zeitraums verglichen.

Ergebnisse und Verstetigung

Erstmalig für ein neues Versorgungsmodell war es gelungen, dass sämtliche gesetzliche Krankenkassen das Gesundheitsnetz Depression unterstützten und somit alle Patienten der Interventionspraxen, die die Einschlusskriterien erfüllten, in die Studie und somit ins Gesundheitsnetz Depression aufgenommen werden konnten. Die über 90 ambulanten und stationären Partner haben im Rahmen des SCM über 600 Patienten aufgenommen. Alle eingesetzten Stepped-Care-Elemente (Screening-, Diagnose- und Monitoring-Checklisten, Leitlinien, niedrigschwellige Behandlungsangebote und IT-Tools) wurden von über 75% der Partner genutzt und überwiegend positiv bewertet. Die depressive Symptomatik nach PHQ-9 war in der Interventionsgruppe signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe. Verstetigung und Transfer dieses Gesundheitsnetzes sind in Diskussion.

Projektleitung

Projektleitung

Prof. Dr. Dr. Martin Härter 
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE
m.haerter@uke.de

Projektleitung

Projektleitung

Prof. Dr. Birgit Watzke 
Psychologisches Institut, Universität Zürich
b.watzke@psychologie.uzh.ch

Starke Bündnisse
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