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07.04.2017
Kategorie: Kurzmeldungen

Chronische Depressionen mit spezifischer Psychotherapie gut behandelbar

Viele Menschen mit chronischen (= langanhaltenden Depressionen) sprechen auf psychotherapeutische und medikamentöse Therapieversuche nicht an.

In der von James McCullough entwickelten spezifischen und strukturierten Psychotherapie zur Behandlung chronischer Depressionen „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“ (CBASP) stehen belastende Beziehungserfahrungen im Fokus der Therapie.

In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie verglichen Wissenschaftler der Universitätsklinik Freiburg in Zusammenarbeit mit dem UKE sowie sechs weiteren deutschen Universitätskliniken die Wirksamkeit von CBASP mit einer unterstützenden Psychotherapie (sogenannte „supportive Therapie“). Insgesamt wurden 268 Patienten mit früh begonnener chronischer Depression behandelt. Per Zufall wurden die Patienten entweder CBASP oder der supportiven Therapie zugeteilt. Die Therapie wurde als Einzeltherapie durchgeführt und dauerte ein Jahr. Antidepressive Medikamente erhielten die Patienten währenddessen nicht.

Beide Behandlungen führten zu einer deutlichen Besserung für die Patienten, sowohl was die Verminderung der depressiven Symptome als auch eine verbesserte Leistungsfähigkeit und Lebensqualität betrifft. Insgesamt zeigten Patienten, die CBASP erhielten, eine geringere Depressionsschwere sowie eine höhere selbsteingeschätzte Lebensqualität am Ende der Behandlung.

Die Ergebnisse dieser klinischen Studie wurden im Februar in JAMA Psychiatry, einem der wichtigsten psychiatrischen Fachzeitschriften, veröffentlicht.
 
Literatur:
Schramm, E., Kriston, L., Zobel, I., Bailer, J., Wambach, K., Backenstrass, M., Klein, P., Schoepf, D., Schnell, K., Gumz, A., Bausch, P., Fangmeier, T., Meister, R., Berger, M., Hautzinger M., Härter, M. (2017) Effect of disorder-specific versus non-specific psychotherapy for chronic depression: A randomized clinical trial. JAMA Psychiatry, DOI 10.1001/jamapsychiatry.2016.3880.

Pressekontakt

Dr. Sarah Liebherz

Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

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