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Teilprojekt IV: Selbstmanagementförderung in der hausärztlichen Praxis

Kurzbeschreibung des Projektes

Projektziele

  • Umsetzung einer Zusammenarbeit zwischen Krankenschwestern/ -pflegern und Hausärzten in der ambulanten, vertragsärztlichen Versorgung
  • Aufbau von Maßnahmen zur Förderung des Selbstmanagements, um den Patienten den Umgang mit der Krankheit/den Symptomen zu erleichtern
  • Verbesserung der Lebensqualität von Patienten
  • substantielle Verringerung der Belastungen durch die psychischen Symptome
  • Vermeidung einer Chronifizierung der Symptome
  • Verringerung von (Ver)-Irrungen und (Ver)-Wirrungen des Gesundheitssystems durch ein ziel- bzw. passgenaues Angebot für Patienten

Projektlaufzeit

Die Projektlaufzeit beträgt 4 Jahre, von Januar 2011 bis Dezember 2014. Die Pflegekräfte sind im Rahmen einer Cluster-randomisierten, kontrollierten Studie 12 Monate in den Hausarztpraxen aktiv, um vor Ort Patient/-innen zu beraten.

Hintergrund der Untersuchung

Ob und wie gut Patient/-innen mit ihren psychischen Symptomen umgehen, hängt entscheidend von den therapeutischen, pädagogischen, sonstigen krankheits- bzw. symptombegleitenden Angeboten ab, die zur Verfügung stehen. Die Inanspruchnahme des Hausarztes aufgrund psychischer Symptome ist hoch. Die Sorgen und Nöte der Patient/-innen mit Beschwerden aus dem ängstlich-depressiv-somatoformen Spektrum können im Alltagsbetrieb kaum ausführlich besprochen werden. Hinzu kommen lange Wartezeiten auf ein psychotherapeutisches Erstgespräch und einen entsprechenden Behandlungsplatz.

Projektbestandteile

Vor Start der Interventionsstudie haben wir mittels Fokusgruppen die Perspektiven von Hausärzten/-innen und Praxisassistentinnen zu Art und Umfang der hausärztlichen Versorgung von Patienten mit psychischen Beschwerden erhoben.
Anschließend wurden Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen eingestellt, deren Aufgabe es ist, die Beratung in den Hausarztpraxen zu organisieren. Diese Pflegekräfte werden geschult, die Bedürfnisse von Patient/-innen mit psychischen Beschwerden zu verstehen, über die Symptome und deren mögliche Ursachen aufzuklären und Angebote zu machen, die als Hilfe zur Selbsthilfe dienen. Die Hilfen sind niedrigschwellig und können so in den Praxisalltag der Hausärzte/-innen integriert werden.

Hausärzte und die beratenden Pflegekräfte arbeiten in enger Kooperation miteinander, tauschen sich aus und stimmen sich über Maßnahmen für die Patient-/innen ab. Ein Supervisionsangebot sichert den Pflegekräften ihrerseits Unterstützung zu, um sie zu entlasten. Das Projekt-Team kooperiert mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, deren Department für Pflege und Management (Prof. Dahlgaard, Prof. Stratmeyer) die qualitative Begleitforschung übernommen hat. Hierbei geht es darum, welche Auswirkungen ein solcher Versorgungsansatz auf die Binnenstruktur einer hausärztlichen Praxis hat: Wie reagieren die Medizinischen Fachangestellten (MFA)? Wie funktioniert die Kommunikation zwischen Pflegekraft, MFA und Hausärztin? Welche Prozesse und Abläufe funktionieren gut und wo erweist es sich eventuell als hinderlich, dass das Versorgungsangebot direkt in der Praxis vorgehalten wird.

Projektevaluation

Wir untersuchen:

  • ob sich das Selbstmanagement bei Patient/-innen mit psychischen Beschwerden tatsächlich verbessern lässt,
  • wie sich die psychische Belastung / Beeinträchtigung der Patient/-innen entwickelt,
  • welche Auswirkungen das Beratungsangebot auf die Krankheitskosten hat,
  • ob die Patient/-innen mit dem Beratungsangebot der Pflegekräfte zufrieden sind,
  • welche Probleme in der Zusammenarbeit von Hausärzten/-innen, Medizinischen Fachangestellten und Pflegekräften bestehen.

Projektleitung

Prof. Dr. Martin Scherer
m.scherer@uke.de

Institut für Allgemeinmedizin des UKE

Mitarbeiter

Dr. Egina Puschmann (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)  
e.puschmann@uke.de

Dr. Thomas Zimmermann (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)       
t.zimmermann@uke.de

Martin Ebersbach (Beratung)
m.ebersbach@uke.de

Annette Ernst (Beratung)
a.ernst@uke.de

Sarah Porzelt (Beratung)
s.porzelt@uke.de

Patricia Thomsen (Beratung)
p.thomsen@uke.de

Institut für Allgemeinmedizin des UKE

Ansprechpartner

Prof. Dr. Martin Scherer
Institut für Allgemeinmedizin des UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Tel.: +49-40-7410-52400
Fax.: +49-40-7410-53681

m.scherer@uke.de

Vorträge psychenet Abschluss-Symposium 2015

"Selbstmanagementförderung durch Pflegekräfte" Dr. Thomas Zimmermann (UKE)

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"Interdisziplinäre Kooperation bei Depression im höheren Lebensalter – German IMPACT" Prof. Dr. Wilhelm Niebling (Universitätsklinikum Freiburg)

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"Monitoring psychischer Belastungen in der Hausarztpraxis – PRoMPT-Projekt" Prof. Dr. Jochen Gensichen (Universitätsklinikum Jena)

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Poster

Poster Symposium 2012

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Poster "Informationen für die Bevölkerung"

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Hauptergebnisse

Collaborative nurse-led self-management support for primary care patients with anxiety, depressive or somatic symptoms: Cluster-randomised controlled trial (findings of the SMADS study)

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Veröffentlichungen

Härter, M., Kentgens, M., Brandes, A., Bock, T., Dirmaier, J., Erzberger, M., Fürstenberg, W., Hillebrandt, B., Karow, A., Knesebeck, O., König, H.H., Löwe, B., Meyer, H.J., Romer, G., Rouhiainen, T., Scherer, M., Thomasius, R., Watzke, B., Wegscheider, K. & Lambert, M. (2012). Rationale and content of psychenet: the Hamburg Network for Mental Health. European Archive of Psychiatry and Clinical Neuroscience. Advance online publication. doi:10.1007/s00406-012-0359-y. Pubmed

Porzelt, S., Zimmermann, T., Ernst, A., Puschmann, E., Scherer, M. (2016). Wie Pflegekräfte in der hausärztlichen Versorgung Patienten mit psychischen Beschwerden gezielt unterstützen können. Pflegewissenschaft, 18, 7-8, 355-361.

Zimmermann, T., Puschmann, E., Bäter, G., Carstens, S. & Scherer, M. (2012). Selbstmanagement stärken bei psychosozialen Belastungen: Ein neues Modell der Zusammenarbeit zwischen Hausärzt/innen und psychosozial geschulten Pflegekräften. Die Kerbe – Forum der Sozialpsychiatrie, 4, 24-27. Link

Zimmermann, T., Puschmann, E., Ebersbach, M., Daubmann, A. & Scherer, M. (2014). Effectiveness of a primary care based complex intervention to promote self-management in patients presenting psychiatric symptoms: study protocol of a cluster-randomized controlled trial. BMC Psychiatry 14, 2. pubmed

Zimmermann, T., Puschmann, E., Porzelt, S., Ebersbach, M., Ernst, A., Thomsen, P. & Scherer, M. (2015). Selbstmanagementförderung in der hausärztlichen Versorgung - der Zusammenhang zwischen Veränderungsmotivation, Selbstwirksamkeit und psychischer Belastung vor Beginn der Intervention. Psychiatrische Praxis 42, Supplement 1, S44-S48.

Zimmermann, T., Puschmann, E., Porzelt, S., Ernst, A., Wiese, B., Daubmann, A., van den Bussche, H., Scherer, M. (2016). Collaborative nurse-led self-management support for primary care patients with anxiety, depressive or somatic symptoms: Cluster-randomised controlled trial (findings of the SMADS study). International Journal of Nursing Studies, 63, 11, 101-111. Link

Kongresse:

Puschmann, E. , Zimmermann, T., van den Bussche, H. & Scherer, M. (2011). Selbstmanagementförderung bei Patienten mit Angst, Depression oder somatoformen Störungen in der hausärztlichen Versorgung durch Kooperation zwischen Hausärzten und Pflegekräften. 45. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 22.-24. September 2011, Salzburg, Deutschland. Link

Baeter, G., Puschmann, E. , Carstens, S., van den Bussche, H., Scherer, M. & Zimmermann, T. (2012).  Selbstmanagementförderung in der hausärztlichen Versorgung durch eine qualifizierte Beratungsassistenz. 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 20.-22. September 2012, Rostock, Deutschland.

Puschmann, E., Zimmermann, T., Carstens, S., Baeter, G., van den Bussche, H. & Scherer, M., (2012). Engpass Psychotherapie- Alternative Angebote für Patienten mit Symptomen der Angst, Depression und Somatoformen Störungen. 46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, 20.-22. September 2012, Rostock, Deutschland.