In der Reihe Anthropologische Psychiatrie – Bock auf Dialog? bildet ein kultureller Beitrag den Abschluss des Wintersemesters. Vorgestellt wird der teils autobiographische Roman Himmel, der nirgendwo endet von Marlen Haushofer.
Eine Lesung mit Torsten Flögel und Verena Kammerer bringt ausgewählte Textstellen näher und gibt Einblicke in das Leben der Autorin.

Bekannt wurde Marlen Haushofer vor allem durch Die Wand, auch verfilmt mit Martina Gedeck. Während dieser Roman von Isolation und Überleben erzählt, begleitet Himmel, der nirgendwo endet das Mädchen Meta beim Aufwachsen, mit kindlicher Fantasie, ersten Identitätsfragen und den Herausforderungen der Pubertät.

Der Beitrag verbindet Literatur und Psychiatrie und lädt dazu ein, die inneren Welten von Kindern und Jugendlichen besser zu verstehen.

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In der Reihe Anthropologische Psychiatrie – Bock auf Dialog? wurde noch einmal auf die erste „Wer bin ich?“-Reihe zurückgeschaut. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen junger Menschen, die oft übersehen werden: Straßenkinder ohne festen Wohnort, unbegleitete geflüchtete Jugendliche ohne Heimat und junge Menschen, die zwischen Psychiatrie, Schule, Familie und Jugendhilfe ihren Platz suchen.

Im Gespräch mit Gwen Schulz, Dr. Sabine Schütze und Marion Ryan wurde deutlich, wie unsicher das Gefühl für die eigene Identität werden kann, wenn Halt und verlässliche Bezugspersonen fehlen. Gemeinsam wurde gefragt: Wer sieht diese jungen Menschen? Wer fühlt sich zuständig? Und wer übernimmt Verantwortung?

Außerdem ging es um die Frage, warum Kinder- und Jugendpsychiatrie immer auch soziale Fragen berührt und welche politischen Aufgaben sich daraus ergeben.

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Der vierte Teil der Vorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie Bock auf Dialog? beschäftigte sich unter dem Titel „Wer bin ich ohne Diagnose?“ mit der Frage, ob die gesunkene Schwelle zur psychischen Diagnose einen erleichterten Zugang zu Hilfe darstellt oder ob Lebenskrisen zunehmend pathologisiert werden. Gleichzeitig zeigen das Schulbarometer und die COPSY-Studie eine wachsende psychische Belastung von Schüler:innen, verstärkt durch gesellschaftliche Krisen.

Vor diesem Hintergrund stellten Lea Höcker und Manuel Petersen die Kampagne „Uns geht es gut?“ der Schülerkammern vor, die Schule als Ort der Resilienz stärken will, unter anderem durch die Förderung von Gesundheits- und Medienkompetenz, durch Rückzugsräume sowie durch den Ausbau schulpsychologischer und sozialpädagogischer Angebote. Prof. Dr. Hohmann, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE, warnte zudem davor, die Sorgen junger Menschen an die Psychiatrie zu delegieren. Prävention sei zwar kostenintensiv, aber eine Investition in die Zukunft, darin bestand breiter Konsens.

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In der Vorlesungsreihe Anthropologische Psychiatrie – Bock auf Dialog? standen diesmal Grenzerfahrungen junger Menschen zwischen Schule, Familie, Jugendhilfe und Psychiatrie im Mittelpunkt. Ausgehend von der Frage „Wer bin ich – ohne Sprache?“ wurde diskutiert, wie junge Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung ihre Sprachhoheit bewahren können und wie es den beteiligten Institutionen gelingt, eine gemeinsame Sprache zu finden, um Krisen vor Ort aufzufangen, eine Hospitalisierung wenn möglich zu vermeiden und den Rückweg ins Leben gut zu begleiten.

Imke Neemann (Co-Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie Wilhelmstift) und Markus Schneider (leitender Psychotherapeut) stellten Erfolge und Perspektiven des „3-für-1-Projekts“ vor. Simon Steinwachs berichtete als ehemaliger Teilnehmer und heutiger Co-Moderator des Gruppenangebots „Zu-sich-stehen“ über die Bedeutung eigener Worte im Umgang mit besonderen Erfahrungen. Stefanie Jürgensen, Leiterin eines Zentrums für schulische und berufliche Bildung, stellte Angebote vor, die junge Menschen auffangen, wenn eine Rückkehr in die Regelschule noch nicht gelingt.

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Der Arbeitskreis Leben e.V. bietet mit LebensLinien 60+ eine bundesweite, anonyme und kostenfreie Mailberatung speziell für Menschen ab 60 Jahren an. Über die Online-Krisenberatung können Betroffene ihre Situation schildern und erhalten Begleitung durch geschulte ehrenamtliche Beraterinnen und Berater im gleichen Lebensalter.

Die schriftliche Form erleichtert vielen Menschen den ersten Schritt und schafft einen sicheren Raum für Themen wie Einsamkeit, Verluste oder andere Lebenskrisen. Ziel ist es, Betroffene zu entlasten und neue Wege aus der Krise zu eröffnen.

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Pressekontakt

PD Dr. Jörg Dirmaier
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 7410 59137

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