Am 15.03.2019 wurde eine aktualisierte Leitlinie für die Klassifikation, Diagnostik und die Behandlung von Schizophrenie (sogenannte S3-Leitlinie Schizophrenie) von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) herausgebracht. Die Leitlinie richtet sich an BehandlerInnen sowie Betroffene und Interessierte.

Eine zentrale Erkenntnis der neuen Leitlinie ist, dass Psychotherapie (in Form von kognitiver Verhaltenstherapie) in allen Phasen der schizophrenen Erkrankung empfehlenswert ist. Darüber hinaus gibt die Leitlinie Empfehlungen zur medikamentösen Behandlung der Erkrankung (Pharmakotherapie).

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie überprüft die Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Wirksamkeit einer internetbasierten Intervention für Menschen, die Stimmen hören.

Ziel der Intervention ist es, Betroffene dabei zu unterstützen, einen besseren Umgang mit den Stimmen zu erlangen. Die Intervention beinhaltet sowohl bekannte, bereits als erfolgreich erprobte Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie sowie neue, metakognitive Ansätze. Die Studie erfolgt online und anonym.

Hier finden Sie den Link zur Vorbefragung mit weiteren Informationen: https://ww3.unipark.de/uc/stimmen_vorbefragung/

Gesucht werden Menschen, die Stimmen hören und diese als belastend erleben. Um an der Studie teilzunehmen ist keine Diagnose notwendig.

Ende letzten Jahres sorgte ein Teil des Kabinettsentwurfs für ein „Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung“ (TSVG) für starke Proteste. Der Zusatz zum Paragraphen 92 beinhaltete ursprünglich einen Passus, der eine anfängliche Voruntersuchung „durch qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten“ vorsah, um die weitergehende Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen abzuklären. Psychotherapeuten- und Ärzte-Verbände sahen hier eine weitere Hürde, welche die Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Angeboten erschwere. Weitere Informationen über den ursprünglichen Entwurf finden Sie hier.

Neben der Kritik aus den Verbänden, Bundesrat und Koalition unterschrieben 217.000 Menschen die Petition und erreichten so, dass der Teil (Zusatz zum Paragraphen 92) nun aus dem TSVG gestrichen wurde.

Ab dem 30. Oktober 2018 startete die Sommersemester-Termine der Vorlesungsreihe "Zur Anthropologie von Gesundheit und Krankheit in der Psychiatrie"; diesmal unter dem Titel "Verrücktheit im Sozialen Raum". Die Vorlesungsreihe ist für alle zugänglich und findet 14-tägig am Dienstag von 18-20 Uhr im Hauptgebäude der Universität Hamburg statt (Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal A).

Am nächsten Termin (19. März) spricht Gwen Schulz zum Thema „Hoffnung – aus der Perspektive von Chefärzten und Genesungsbegleitern".

In dem Forschungsprojekt UPSIDES (Using Peer Support In Developing Empowering Mental Health Services) wird im Rahmen einer internationalen Kooperation eine gemeinsame Intervention für die Unterstützung von psychisch kranken Menschen durch andere Betroffene (Betroffenen-Peer Support) entwickelt. Ziel ist es, die Peer Support Strukturen der Partnerländer auszubauen, zu bewerten und ein Peer Support Netzwerk aufzubauen, um die Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen zu verbessern. In Deutschland nimmt die Universität Ulm und das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf teil.

Bei UPSIDES laufen derzeit mehrere Studien. Sie sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen und die Forschung zu unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie im angefügten Newsletter des Projekts.

Pressekontakt

PD Dr. Jörg Dirmaier
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie, UKE

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Telefon: +49 (0) 40 7410 59137

presse@psychenet.de

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